Antriebslosigkeit

Was ist Antriebslosigkeit?

Die Antriebslosigkeit ist keine Krankheit sondern bezeichnet ein Symptom, dass bei ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern als begleitende Beschwerde auftreten kann. Es ist unspezifisch, das bedeutet, es ist keine klare und eindeutige Diagnose nur auf Grund des Symptoms möglich.

Was ist Antriebslosigkeit?

Sie ist ein Symptom, vielleicht auch mehr ein Gefühl. Unter Umständen ist es ein Problem oder kann zu einem Problem werden. Sie hat keine klare Ober- und Untergrenze und wird individuell unterschiedlich empfunden. Manchmal nimmt sie die Außenwelt eher oder stärke wahr, als der Betroffene das in seinem eigenen Empfinden verspürt. Es gibt harmlose Formen und auch ernst zu nehmende Formen. Sie kann Jung und Alt betreffen, sie befällt Männer wie Frauen gleichermaßen. Mit Antriebslosigkeit kann man sich nicht anstecken und es gibt auch kein Medikament dagegen. Es gibt Jahreszeiten, da tritt sie vermehrt auf und in bestimmten Lebensphasen leiden deutlich mehr Menschen darunter. Unabhängigkeit von dem Land oder Ort, in dem man lebt, kann sie ganz plötzlich auftreten. Sie kann jeden treffen. Per medizinische Definition spricht man von einem psychophysischen Zustand der Lethargie. Es beschreibt einen Zustand der Schwäche in dem der Betroffene kaum zu motivieren ist und sich für nichts begeistern kann. Milde Formen lassen sich leicht therapieren und vorbeugen, bei schweren Formen die mit tiefgehenden psychischen Störungen oder körperlichen Erkrankungen einhergehen, kann die Therapie sehr langwierig und mit unterschiedlichem Erfolg behaftet sein. Nicht bei jeder Form muss ein Arzt aufgesucht werden. Weitere Begriffe, die das gleiche aussagen, sind Antriebsarmut, Antriebshemmung und Antriebsmangel.

Ursache
In der modernen Medizin sind zahlreiche Ursachen zu finden. Es gibt aber keine klare Linie, so kann jemand der zum Beispiel unter Depressionen leidet, sich durchaus an den Aktivitäten seiner Umwelt beteiligt und ziehen sich nur zurück, wenn Sie allein und für sich sind. Auch bedeutet das Auftreten der Antriebsarmut nicht automatisch das Vorhandensein einer schweren Erkrankung.
Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht der wichtigsten ursächlichen Krankheiten oder Beschwerden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Psychisch:
Depression= Negative Assoziation, trübe Gedanken bis hin zum Suizid, Verlust des Interesses an seinen Mitmenschen und seiner Umwelt.
Schizophrenie= Die Grenzen der Wahrnehmung verschwimmen und der Betroffene zieht sich immer mehr in sich zurück. Das Zurückziehen wird oft als Antriebshemmung von der Umwelt wahrgenommen.
Burnout und Stress= Das „Zuviel“ an Last und Überforderung äußert sich in Antriebsarmut und Müdigkeit. Der Körper meldet seine Bedürfnisse an und wehrt sich gegen Aktivitäten oder Belastung.
Posttraumatische Belastungsstörung= Typisches Symptom ist die Antriebsmangel, oft einhergehend mit Depression.
Belastende Alltagsprobleme= Das kennt wahrscheinlich jeder: Das Grübeln lässt uns nachts nicht schlafen und tagsüber sind wir müde und antriebslos.

Ernährung:
Jodmangel oder Vitamin B 12 Mangel= Führt zu Blutarmut, siehe auch Anämie
Mangelernährung und Diät= Blutarmut, niedriger Blutdruck oder Hormonelle Störungen können die Folge einer Mangelernährung sein und die wiederum führen zu Antriebsmangel.
Eisenmangel = Führt zu Blutarmut, siehe Anämie

Alterskrankheiten:
Demenz und Alzheimer= Die Persönlichkeitsveränderung führt zu Antriebsarmut und Müdigkeit.
Diabetes Mellitus Typ 2= Chronische Krankheiten wie der Diabetes oder eine Unterzuckerung führen zu Müdigkeit und Antriebshemmung.

Körperlich:
Blutarmut (Anämie) = Zu wenig Blut im Körper und die Organe im Körper bekommen nicht ausreichend Sauerstoff. Schlappheit, Müdigkeit und Schwindel und Leistungsschwäche sind die typischen Symptome.
Bandwurmbefall= Darmparasiten, die medikamentös oder chirurgisch entfernt werden müssen.
Tumorleiden= Ständiger Antriebsmangel kann ein Anzeichen für einen Tumor im Körper sein.
Infekte = Auch nach überstandener Infektion wie Gürtelrose, chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Hypertonie (Niedriger Blutdruck)= Bei zu niedrigem Blutdruck entsteht als typisches Symptom die Antriebshemmung.
Schmerzen und Gelenkschmerzen= Durch die Schmerzen vermeidet der Betroffene Bewegungen und Aktivitäten. Seine Umwelt nimmt das unter Umständen als Antriebshemmung wahr.
Wechseljahre= Die Hormonumstellung im weiblichen Körper kann den Schlafrhythmus durcheinander bringen. Nachts nicht schlafen, morgens nicht gut aus dem Bett und folglich tagsüber antriebslos.
Unterfunktion der Schilddrüse= Typisches Symptom einer Fehlfunktion der Schilddrüse sind Müdigkeit und Antriebsmangel.
Lungen- und Atemwegsinfekte = Fällt das Atmen schwer, bekommt der Körper nicht ausreichend Sauerstoff. Eine Müdigkeit ist die Folge von Sauerstoffmangel und kann auch als Antriebsarmut empfunden werden.

Persönlich:
Alkohol- und Drogensucht
Medikamentenmissbrauch
Unregelmäßiger Schlaf-Wach Rhythmus

Die Liste macht schnell deutlich, dass eine klare Eingrenzung der ursächlichen Faktoren kaum möglich ist. Es gibt aber drei Kategorien, die die häufigsten Faktoren für Antriebsarmut enthalten: Psychische, Persönliche und Körperliche Ursachen.

Psychische:
Menschen, die über einen längeren Zeitraum Kraft- und Energielos sind, benötigen dringend Hilfe. Die Antriebshemmung äußert sich schon früh morgens beim Aufstehen: Das „aus dem Bett kommen“ fällt schwer und eigentlich möchte der Betroffene den ganzen Tag im Bett verbringen. Jegliche Aktivitäten fallen schwer. Die körperliche Hygiene lässt bei vielen Betroffenen merklich nach. Sie gehen kaum vor die Tür, ernähren sich schlecht oder essen generell zu wenig. Bei Feiern, Geburtstagen oder beim Kneipenbummel sucht man sie vergebens. Als Ursache kann ein Burn-out zugrunde liegen oder eine Depression. Auch eine Arbeitslosigkeit oder Geldsorgen können dazu führen, dass Menschen Ihren Antrieb und Ihre Energie verlieren und aus eigener Kraft nicht mehr aus diesem Zustand herauskommen.

Persönliche
Fehlernährung, übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht haben zahlreiche Auswirkungen auf unser soziales Leben und können sich auch in einer Antriebsarmut zeigen. Es ist längst bekannt, dass unser ungesunder Lebensstil und der hektische Alltag in Familie und Beruf viele Folgen hat und sich deutlich in Erkrankungen sowohl psychischer als auch körperlicher Art äußern kann. Oft werden die Interessenlosigkeit und der fehlende Antrieb von den Betroffenen selbst nicht wirklich als Problem wahrgenommen. Auch findet sich nicht bei Allen, die Bereitschaft Ihre Lebensgewohnheiten zu ändern. Was bedeutet zu viel Alkohol oder zu wenig Bewegung? Das empfindet jeder individuell unterschiedlich.

Körperliche

Es ist ganz wichtig zu betonen, dass Betroffene auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen müssen, wenn die Energie über mehrere Tage fehlt oder dieser Zustand mehrfach im Jahr auftritt. Nur der Hausarzt oder Facharzt kann das Vorliegen einer ernsten Grunderkrankung feststellen und die weitere Therapie veranlassen.

Behandlung und Therapie

Die Antriebshemmung, die mal ein paar Tage andauert, also zum Beispiel nach einer Trennung vom Partner, Stress im Büro oder ähnliches, bedarf in aller Regel keiner weiteren Behandlung oder Therapie. Sie verschwindet genauso schnell wie sie gekommen ist. Bei allen anderen Formen der Antriebsarmut, die länger als nur ein paar Tage dauert oder die mehrmals im Jahr auftritt, sollten Sie als erstes Ihren Hausarzt aufsuchen. Das Gespräch mit dem Arzt ist unabdingbar, denn er kann Sie gründlich untersuchen.

Bei den psychischen Grunderkrankungen ist die schnelle Diagnose leider nicht so einfach, wie bei einem Bluttest oder einem Ganzkörperscan. Wenn die Seele leidet, liegen keine körperlichen Krankheiten dahinter, sondern ein oder mehrere Symptome treten in den Vordergrund und bringen das Leiden des Betroffenen zum Vorschein. Natürlich ist auch hier die Basis der Besuch bei Ihrem Hausarzt. Er wird Sie gegebenenfalls an einen Facharzt weiterleiten. Dort erhalten Sie medikamentöse oder therapeutische Hilfe in der richtigen Form, denn der Facharzt kennt aus seiner täglichen Praxis ausreichende Fälle mit ähnlich gelagerten Symptomen. Er wird entscheiden, ob sie krankgeschrieben werden müssen und welche Medikamente sie in welcher Dosierung einnehmen müssen. Unter Umständen wird er Ihnen eine Kur empfehlen, die in einer speziellen Kurklinik stattfindet. Wenn Sie ein solches Angebot erhalten, dann sollten Sie es unbedingt wahrnehmen. Der Abstand zur Familie und zur gewohnten Umgebung kann bei einer Heilung wahre Wunder wirken. Außerdem erhalten Sie in einer psychosomatischen Kur auch andere Anwendungen, wie Massagen oder Yoga. Auch bei der richtigen Ernährung wird man Ihnen behilflich sein und je nach Befinden ist auch viel Bewegung an der frischen Luft eingeplant.

Für die Erkennung einer möglichen Erkrankung ist es unabdingbar, dass Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Er kann anhand einer Blutuntersuchung und ggf. einer Röntgenuntersuchungen feststellen, ob es eine körperliche Grunderkrankung gibt, die die Symptome bei Ihnen auslöst. Nicht immer sind es ernsthafte Erkrankungen, die dafür sorgen, dass Sie sich schlapp und müde fühlen. Aber das kann wirklich nur ein Arzt ausschließen oder eben die weitere Behandlung einleiten.

Die Ursachen für Antriebsarmut, die in Ihrem persönlichen Verhalten liegen, können nur Sie aktiv angehen und bekämpfen. Selbstverständlich gibt es zahlreiche Stellen, die Ihnen dabei helfen können. Aber das Ändern Ihrer Essgewohnheiten oder der Verzicht auf Alkohol, Drogen oder Medikamente liegt am Ende in Ihrer Hand. Wenn Sie merken, dass Sie nicht alleine aus dieser Spirale herauskommen und auch keine Energie haben etwas anzugehen, dann teilen Sie sich Ihrer Umwelt mit. Bitten Sie gezielt um Hilfe und Unterstützung und formulieren Sie genau, was der andere für Sie tun soll. Sicherlich werden Sie die Hilfe finden, die Sie brauchen. Wenn Sie in Ihrem direkten sozialen Umfeld niemand haben, den Sie bitten wollen oder können, dann blättern Sie durchs Telefonbuch und suchen nach Selbsthilfegruppen. Auch die Krankenkasse bietet unter den Servicenummern gezielte Unterstützung bei einzelnen Problemen an. Trauen Sie sich und ändern Sie Ihr Leben. Die Behandlung und Therapie muss von Ihnen gewollt und initiiert werden, dann kann sich Ihr Leben dauerhaft zum positiven verändern.

 

 

Quellen/Literaturnachweis:

Julia Windhövel, Online: http://www.gofeminin.de/mein-leben/antriebslosigkeit-s1119957.html, 18.11.2014, abgerufen am 01.04.2016
[Autor unbekannt, daher keine Angabe], Online: https://www.mycare.de/blog/antriebslos-so-bringen-sie-wieder-schwung-in-ihr-leben, 18.08.2014, abgerufen am 02.04.2016
Dr. med. Nonnenmacher, Online: http://gesundpedia.de/Antriebslosigkeit, 27.06.2015, abgerufen am 01.04.2016

 

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